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Hansheiri Zürrer 1918-2015

Geboren am 8. Juni 1918 in Zürich, als ältestes von 6 Kindern. Er hatte 3 Schwestern (Friedle 1919 , Elisabeth 1922 , Luise 1924 und 2 Brüder (Paul 1921,  Tim 1926) . Seine Mutter Elise, „Lisen", 1892-1937,war eine geborene Pfeiffer aus Andelfingen. Die Ausflüge und Ferien in Andelfingen waren für Hansheiri wichtige Familienerlebnisse. Damals hätte niemand gedacht, dass er einmal im Gefängnis Andelfingen 3 Monate absitzen würde. Sein Vater, Friedrich Heinrich Zürrer, 1882-1971, lernte seine Mutter bei den Darbisten, einer religiösen Gemeinschaft, kennen. 
Nach einem Besuch des Primarlehrers bei Zürrers zu Hause, gab der Vater das Einverständnis, dass Hansheiri das Gymnasium besuchen durfte. Noch vor dem Ende des Gymnasiums starb die Mutter. Hansheiri war 19 Jahre alt. 
Eigentlich wollte Hansheiri Altphilologie studieren. Doch er wurde von der Begeisterung eines Mitschülers (Middi) für Theologie angesteckt. Altphilologie sei doch verstaubt, die Kirche sei am Puls der Zeit. Karl Barth wehre sich gegen die Nazis. Ein Theologiestudium entsprach nicht der Vorstellung des Vaters. Hansheiri war den Darbisten gegenüber kritisch und spürte, dass die Bibel mehr zu sagen habe, als die Vermittlung zum naiven, intoleranten, einengenden Glauben. Er entschied sich für das Theologiestudium. 
Ein zweiter Mitschüler (Edi) gab einen für Hansheiri lebenswichtigen Impuls. Er nahm ihn mit in den Kreis um Leonhard Ragaz. Das religiös-soziale Gedankengut sollte ihn nicht mehr loslassen. 
Im Juni 1944 nahm er den Auftrag an, in der Kriegsgefangenenhilfe im Auftrag des Weltbundes des Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM) in „Hitlers rasant schrumpfendem Weltreich" Gefangenenlager zu besuchen. Diese Kriegserlebnisse und seine Flucht aus russischer Gefangenschaft prägten ihn und liessen ihn zum konsequenten Pazifisten werden. Er sagte: „Mer bringt zwar en Find möglicherwis um, aber mer bringt au s'Mänschlichi i sich sälber um!" 
Zurück in der Schweiz verweigerte er den Militärdienst und bezahlte die Militärpflichtersatz-Steuer nicht. Er wurde vom Divisionsgericht verurteilt und verlor für drei Jahre das aktive Bürgerrecht. 1948 sass er im Gefängnis in Meilen, 1949 in Andelfingen und es folgten 18 weitere Gefängnisaufenthalte. 
Nach seiner Rückkehr aus den Kriegsgebieten kamen unruhige Jahre. Er leistete Freiwilligenarbeit in Jugoslawien, machte Zivildienst im Simmental und im Ruhrgebiet, arbeitete am Bau des Flughafens Kloten und in der Giesserei Escher Wyss, ging immer wieder ins Ausland und wechselte oft seinen Wohnsitz. Die Beziehung zu Bertel vertiefte sich und sie entschieden, gemeinsam weiter zu gehen. Er schrieb: „Diese Begegnung unserer Seelen und Herzen am 14. Juli 1950 wurde uns zur entscheidenden Grundlage unseres gemeinsamen Lebens". Das politische Engagement nahm mit Bertel und ihrer Unterstützung zu. 
Seine Anfrage, eine Arbeit bei der Kirche zu erhalten, wurde abgelehnt, weil er sich weigerte, den Militärpfichtersatz zu bezahlen. So machte Hansheiri eine Lehre als Maurer und arbeitete auf dem Bau bei der Bau AG in Zürich. (Fortsetzung folgt)

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